Sarongs oder Lungis auch für Männer?

Sarongs oder Lungis auch für Männer?
Herren Lungi

Herren Lungi von Ufash

 

In vielen Ländern werden Wickelröcke ganz selbstverständlich von Männern getragen. Zum Beispiel als „Lungi“ bzw. „Longyi“ im Süden von Indien, in Indonesien, in Burma (Myanmar) oder natürlich in Schottland. Auf Bali ist das Tragen eines reich verzierten Lungis bei religiösen Zeremonien sogar für Männer verpflichtend.

Auch in Mitteleuropa trugen bis in’s 16. Jahrhundert sehr viele Männer einen Rock. Erst mit dem Aufkommen von Hosen wurde es üblich, die Röcke den Frauen zu überlassen.

Seit Ende des 20. Jahrhunderts, nachdem Frauen schon lange Hosen tragen “durften”, entdecken auch immer mehr Männer den Rock als tragbares Kleidungsstück. Vorreiter war – unter andere – Jean Paul Gaultier, der 1984 auf einer seiner Modeschauen seine ersten Röcke an Männern präsentierte. Seit damals zeigen immer mehr Designer Entwürfe neuer Röcke. Vor allem bei den – als innovativ bekannten – Mailänder Männer-Modewochen sind oft Männerröcke zu sehen. Anhänger dieser Mode bilden seit etwa dem Jahr 2000 eine langsam wachsende Männerrockbewegung, die aber nicht einheitlich ist, sondern vielmehr eine Interessengemeinschaft von Individualisten ist.

Ein Ziel dieser Männerrock Bewegung ist es, den Rock für den Herren in der Gesellschaft so alltagstauglich zu machen, wie die Hose oder Anzug für Frauen. Unterstützung finden Männer dabei von Frauen, die verstanden haben, dass der Verzicht auf die Exklusivität des Rocks als “Frauenkleidung” die Gleichberechtigung auch für sie selbst stärkt: Vielfach wird immer noch „weiblich“ mit dem Attribut „schwach“ assoziiert, wodurch auch der Widerstand vieler Männer gegen ein scheinbar weiblicheres Erscheinungsbild erklärbar wird. Durch eine modische Annäherung könnte die Ungleichberechtigung weiter bröckeln. So förderte auch der Kampf der Frauen, in Hosen akzeptiert zu werden, ihre gesellschaftliche Emanzipationsbewegung.

Bisher haben nur wenige Hersteller auf diesen neuen Trend reagiert. Ein Beispiel ist die Firma Ufash aus Österreich, die Röcke – vornehmlich aus Südostasien – explizit als „unisex“ anbietet.

Übrigens: Letztes Jahr lockerte die Universität von Oxford ihren Dresscode, sodass künftig bei Prüfungen oder anderen formalen Anlässen auch Männer Röcke mit Strumpfhosen und Frauen Anzüge mit Krawatten tragen dürfen.

 

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